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KI in der Führung

Wie spare ich als Führungskraft mit KI Zeit im Alltag?

Drei Aufgabenarten eignen sich vor allem: Texte entwerfen, lange Unterlagen erfassen und Entscheidungen oder Termine vorbereiten. Finde deine drei größten Zeitfresser mit einer einwöchigen Zeit-Inventur, nutze feste Vorlagen und prüfe jede Woche in 20 Minuten, was es gebracht hat. Studien zeigen eher kleine und sehr ungleich verteilte Ersparnisse.

Von Tim Christopher GasseZuletzt geprüft am

Die ehrliche Antwort zuerst: KI spart Führungskräften Zeit, aber weniger, als Werbeversprechen nahelegen, und nur bei passenden Aufgaben. Wie viel es bei dir sein kann, lässt sich nur an deinen eigenen Aufgaben messen, wie unsere Leitseite KI für Führungskräfte beschreibt. Dieser Artikel zeigt dir, wie du diese Aufgaben findest, mit welchen Vorlagen du sie angehst und wie du verhinderst, dass die gesparte Zeit einfach verschwindet.

Was sagen Studien über Zeitersparnis durch KI?

Drei Studien geben eine realistische Größenordnung:

  • USA: Eine Befragung, die Alexander Bick, Adam Blandin und David Deming im Februar 2025 bei der Federal Reserve Bank of St. Louis vorgestellt haben, ergab für den November 2024: Nutzer generativer KI sparten damit 5,4 Prozent ihrer Arbeitszeit. Von denen, die KI in der Vorwoche genutzt hatten, sparten 33,0 Prozent eine Stunde oder weniger pro Woche und 20,5 Prozent vier Stunden oder mehr.
  • Dänemark: Anders Humlum und Emilie Vestergaard werteten Befragungen von rund 25.000 Beschäftigten aus 7.000 Arbeitsstätten in elf KI-nahen Berufen aus den Jahren 2023 und 2024 aus. Die Nutzer von KI-Chatbots berichteten im Schnitt eine Zeitersparnis von 2,8 Prozent der Arbeitszeit. 80 Prozent setzten die gesparte Zeit für andere Aufgaben ein, und bei 17 Prozent der Nutzer schufen die Chatbots neue Arbeit.
  • Experiment: In einer Studie von Forschenden der Harvard Business School, weiterer Hochschulen und der Boston Consulting Group mit 758 Beratern erledigten die Teilnehmenden mit GPT-4 im Schnitt 12,2 Prozent mehr Aufgaben und waren 25,1 Prozent schneller. Bei einer Aufgabe außerhalb der Stärken der KI kamen sie laut Bericht der Harvard Crimson dagegen um 19 Prozentpunkte seltener zur richtigen Lösung.

Daraus folgen zwei Dinge. Erstens ist die Ersparnis im Durchschnitt klein und sehr ungleich verteilt. Zweitens entsteht sie bei bestimmten Aufgaben, und bei falsch gewählten Aufgaben kostet KI Qualität. Es kommt also auf die Auswahl an.

Wie findest du deine Zeitfresser? Die Zeit-Inventur

Die Zeit-Inventur ist unsere Methode, um die richtigen Aufgaben zu finden. Sie dauert eine Woche und braucht nur eine Liste.

  1. Notieren: Schreib eine Woche lang jede wiederkehrende Aufgabe auf, die länger als zehn Minuten dauert, mit geschätzter Dauer.
  2. Markieren: Kennzeichne jede Aufgabe mit einem von drei Buchstaben. T für Text: schreiben, kürzen, umformulieren. L für Lesen: Berichte, Mails und Unterlagen erfassen. D für Denken: Optionen sortieren, Termine vorbereiten, Entscheidungen gliedern. Aufgaben ohne Buchstaben, etwa Gespräche selbst oder Freigaben, bleiben bei dir.
  3. Auswählen: Nimm die drei markierten Aufgaben mit der größten Wochensumme. Bevorzuge Aufgaben, deren Ergebnis du schnell prüfen kannst.

Unsere Prüfregel dazu: Wenn das Prüfen eines KI-Ergebnisses länger dauert als die Aufgabe selbst, gib die Aufgabe nicht an die KI.

Bei welchen Aufgaben spart KI Führungskräften Zeit?

Für die drei Buchstaben eignen sich vor allem fünf Aufgabenfelder. Zu jedem gibt es eine Vorlage, die du wörtlich übernehmen kannst. Personenbezogene Daten gibst du nur in Werkzeuge ein, die dein Unternehmen freigegeben hat.

1. Lange Mails und Berichte erfassen (L)

Fasse den folgenden Text in fünf Punkten zusammen. Danach: Was wird von mir erwartet, bis wann? Welche Entscheidung steht an? Füge nichts hinzu, was nicht im Text steht. Text: [Text]

2. Antworten und Rundmails entwerfen (T)

Entwirf eine Antwort auf diese Mail: [Mail]. Meine Kernaussage: [ein Satz]. Ton: klar, freundlich, Du-Ansprache, höchstens 120 Wörter. Ende mit einem konkreten nächsten Schritt.

3. Termine vorbereiten (D)

Ich habe morgen einen Termin mit [Rolle, ohne Namen] zum Thema [Thema]. Ziel: [Ziel]. Bekannte Fakten: [Stichpunkte]. Erstelle einen Spickzettel mit Ziel, drei Kernfragen, zwei möglichen Einwänden mit je einer Antwort und einem Vorschlag für den Abschluss.

Für schwierige Gespräche mit Mitarbeitenden gibt es eigene Vorlagen in Wie bereite ich ein Mitarbeitergespräch mit KI vor?

4. Entscheidungen gliedern (D)

Ich muss bis [Datum] entscheiden: [Frage]. Optionen: [A, B]. Ordne Vor- und Nachteile, Risiken und offene Fragen. Trenne Fakten aus meinen Angaben von deinen Annahmen. Gib keine Empfehlung.

Warum die letzte Zeile wichtig ist, erklärt Wie treffe ich bessere Entscheidungen mit KI?

5. Protokolle und Aufgabenlisten (T)

Mach aus diesen Stichpunkten ein Protokoll mit Entscheidungen, Aufgaben mit Verantwortung und Termin sowie offenen Fragen: [Stichpunkte]. Markiere Lücken mit „offen“.

Was bei Aufzeichnung und Transkription gilt, steht in Wie nutze ich KI für Meetings und Protokolle? Wie du eigene Vorlagen nach demselben Muster baust, zeigt Wie schreibe ich als Führungskraft gute Prompts?

Wie verhinderst du, dass die gesparte Zeit verpufft?

Die dänische Studie zeigt: Gesparte Zeit fließt meist in andere Aufgaben. Das ist nicht schlecht, aber es macht die Ersparnis unsichtbar. Unsere Empfehlung ist eine feste Wochenroutine von 20 Minuten, etwa am Freitag:

  1. Welche der drei ausgewählten Aufgaben habe ich diese Woche mit KI erledigt?
  2. Wie lange hat das gedauert, verglichen mit meiner Schätzung aus der Zeit-Inventur?
  3. Wo musste ich viel korrigieren, und lohnt sich die Aufgabe deshalb nicht?
  4. Wofür setze ich die gewonnene Zeit nächste Woche bewusst ein, etwa für ein Gespräch mit dem Team, das sonst zu kurz kommt?

Wir raten davon ab, gewonnene Zeit sofort mit zusätzlichen Terminen zu füllen. Plane sie als festen Block im Kalender für Führungsarbeit, die keine KI übernehmen kann.

Wann spart KI keine Zeit?

  • Wenn jedes Ergebnis gründlich geprüft werden muss, weil Fakten, Zahlen oder Rechtsfragen im Spiel sind. Wie du effizient prüfst, steht in Wie prüfe ich KI-Ergebnisse auf Fehler und Halluzinationen?
  • Wenn du selbst noch nicht weißt, was du willst. Dann hilft KI beim Denken, spart aber zunächst keine Zeit.
  • Wenn das Werkzeug nicht freigegeben ist und du Inhalte deshalb umständlich anonymisieren musst. Dann ist die Freigabe eines passenden Werkzeugs der erste Schritt, nicht der Prompt.
  • Bei Gesprächen, die Vertrauen brauchen. Die Vorbereitung kann KI unterstützen, das Gespräch selbst nicht.

Wie geht es weiter?

Am schnellsten lernst du das an deinen eigenen Aufgaben, mit Rückmeldung. Dafür gibt es das offene Seminar KI für Führungskräfte in Hannover. Weitere Einsatzfelder beschreibt die Leitseite KI in der Führung. Wenn du klären willst, wo bei dir die größten Zeitfresser liegen, buch dir ein kostenloses Erstgespräch (15 Minuten).

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Der ausführliche Leitfaden ordnet das Thema ein und zeigt, wie du es in deinem Unternehmen umsetzt.

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